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德语故事:Der kleine Kicherer

中华考试网   2010-04-23   【
Ein gutgelauntes Feuer knisterte fröhlich im Kamin der gemütlichen Holzhütte am Ende des Unvernunftwaldes. Der Wald heißt so, weil alles, was in ihm lebt und wohnt, völlig unvernünftig ist. Alle Leute von der anderen Seite des Waldes sind vernünftig oder einfach nur erwachsen. Ihr seid es nicht, sonst würdet ihr diese Geschichte nicht lesen!
Der Bewohner der Hütte, ein Gnom, humpelte missmutig um den halb gedeckten Holztisch, der in der Mitte der Hütte stand. Er war wirklich sauer, hielt sich eine Hand vor den Mund und kicherte laut vor sich hin. Der Gnom ein Kicherer, müsst Ihr wissen. Die Kicherer sind kleine, freundliche Waldbewohner. Sie haben ihren Namen daher, dass sie immer kichern müssen, wenn sie sich aufregen.
Aber wenn die Kicherer einen Scherz machen, dann sehen sie aus als würde die Welt untergehen oder sie wären einem Gespenst begegnet. Ihr wisst, welchen Gesichtsausruck ich meine?
Aber was hatte den Gnom denn so verärgert? Nun, es hatte sich Besuch vom anderen Ende des Waldes angekündigt. Eine Cousine aus den Räusperbergen wollte den Kicherer besuchen. Ihr könnt Euch wahrscheinlich schon denken, welche Gewohnheit die Bewohner der Räusperberge hatten …
Der Gnom sah auf den Tisch, schüttelte verzweifelt den Kopf und kicherte, was das Zeug hielt. Was sollte er nur machen? Er bekam Besuch und er hatte nur noch einen einzigen Teller im Haus! Das Essen war bereits angerichtet, aber worauf sollte er es seiner Cousine bloß servieren? Ein Skandal!
"Hihihihi …", machte der Gnom und trat vor Wut vor einen Stuhl und humpelte danach umso mehr.
Hätte er doch bloß nicht gestern seinen Nachbarn, den alten Waldschrat, zum Essen eingeladen! Der alte Waldschrat war dafür bekannt, alles was man ihm sagte, wörtlich zu nehmen. Er war eben als ein typischer Bewohner dieser Gegend völlig unvernünftig. Als der Gnom im Spaß, nach Art der Kicherer natürlich, mit todernster Miene zum ihm sagte: "Iss deinen Teller auf, morgen gibt's nichts mehr!", war der Teller auch schon mit einem Haps im Mund des Waldschrats verschwunden.
Der Gnom kicherte vor Wut so laut, dass die Wände wackelten und der alte Waldschrat lachte schallend mit, weil er dachte, sein Gastgeber fände lustig was er da getan hatte.
Er hörte erst auf zu lachen, als er nach einen kräftigen Tritt in seinen runzeligen Hintern im hohen Bogen in einem Schlummerbusch landete. Der Busch beschwerte sich lautstark, dass es eine Unverschämtheit sei, ihn um diese Tageszeit aus dem Schlaf zu reißen und schlug dem Waldschrat seine müden Zweige um die Ohren. Dieser ging kopfschüttelnd nach Hause und nahm sich vor, weitere Einladungen vorerst abzusagen.
Der Gnom hatte dem Waldschrat so fest in den Hintern getreten, dass er seitdem humpelte.
Und so humpelte er eben um den Tisch, kicherte und grübelte wo er denn nun einen neuen Teller her bekäme. Er hatte nicht mehr viel Zeit, bis seine Cousine kommen würde. Er sah in das gutgelaunte Feuer und grübelte und grübelte.
Dem Feuer war die Laune des Kicherers schon lange aufgefallen, aber es hielt sich aus der Sache raus. Außerdem hatte es bald Urlaub, was der Grund für seine ausgezeichnete Stimmung war.
Der Kicherer beschloss schließlich, sich in der Nachbarschaft einen Teller zu borgen, schwang sich seinen kleinen Lodenmantel über und verließ die Hütte. Er stapfte den kleinen Hügel hinter seiner Hütte hinauf, vorbei an dem laut schnarchenden Schlummerbusch und überlegte, wo er zuerst anklopfen sollte. Da kam ihm das kleine Motzhörnchen in den Sinn. Das Motzhörnchen wohnt in der Spitze einer großen Grummeltanne.
Der Kicherer besuchte das Motzhörnchen nicht so gerne, weil es immer über alles und jeden meckerte und die Grummeltanne stimmte dem Hörnchen immer zu. Aber dem Kicherer blieb nichts anderes übrig, er musste ja irgendwie einen Teller auftreiben.
Also ging er den Waldweg am Fuße des Hügels entlang und stand schon bald vor der Grummeltanne. "Hallo! Ist jemand zuhause?", rief er so laut er konnte nach oben in die Baumkrone.
"Natürlich ist jemand zuhause", brummelte die Tanne und das Motzhörnchen rief von oben herunter. "Verflixt noch mal, was soll denn schon wieder der nette Besuch! Ich komme ja schon runter."
Der Gnom unterdrückte ein lautes Kichern, denn er wollte ja nicht unhöflich sein. Das Motzhörnchen kletterte flink die Tanne herunter, während diese grummelte: "Muss das denn sein? Hat man denn hier nie seine Ruhe …"
"Verflixt und zugenäht, mein netter Nachbar der Kicherer!", motzte das Motzhörnchen. "Was verschafft mir die vermaledeite Ehre deines Besuches?"
"Nun, es ist so...", stammelte der Kicherer, von der unfreundlichen Art des Motzhörnchens eingeschüchtert, "ich wollte dich fragen, ob du mir einen Teller leihen könntest. Ich bekomme nämlich Besuch von meiner Cousine und …"
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